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Magisches Theater - Eintritt nicht für Jedermann!

Es muss Winter gewesen sein. Winter vor zwei Jahren. Ich zog mit meiner Gefährtin umher. Konnte nicht ruhen. Konnte nicht schlafen. Es war unfaßbar kalt. Es war Nacht. Es war eine Nacht in Berlin voller Einsamkeit. Eine Nacht aus Blei. Wir durchstreiften die Gassen. Sahen trübe Blicke, stumme Münder & leere Herzen. Die Gefährtin stand an einer marmorierten Treppe. Der Kopf in einem Karton. Ich rief ihr zu. Sie kam nicht. Sie kommt doch immer?! Eigentlich kommt sie doch immer. Sie durchdrang meine Starrheit mit ihrem Blick. Sie freute sich. Ich musste lächeln... Es war vielleicht 3Uhr in der Früh. Mein Hund wurde durch meinen Egoismus nicht alleine spazieren zu wollen & den verschobenen Schlafrhytmus aus dem Bette geholt. Es ist Nacht, sie könnte ruhen. Stattdessen streift sie mit mir umher. Lieber bei Minustemperaturen in der Nähe ihres Menschen zu sein, als allein zu Hause. Madame, ich liebe dich! Meine Madame Lilith! Es war als wolle sie mir etwas zeigen. Ich wollte es nicht sehen, was auch immer es war. Mein trüber Blick wollte nicht sehen. Mein trüber Blick konnte nicht sehen. Doch sie stand dort & kam nicht, egal wie oft ich sie rief. Sie setzte sich vor die Treppe. Jetzt saß sie dort, wie ein Stein & Blickte mich an. Ich lief auf sie zu. Sie bewegte sich nicht. Neben ihr, dieser schmutzige Karton. Ich sah hinein. Bücher. Nichts als alte vergilbte Bücher. Wer braucht diesen Mist?! Ich bückte mich, schloss die Augen & drückte meine Hände gegen die alten Seiten. „So Madame, wenn deine Mutter Besuch hat so muss sie doch vorweisen ein Buch zu besitzten, oder nicht? Normale Menschen haben solche Dinge!“ Ich frage mich heute, was pasiert wäre, hätte ich ein anderes Buch gezogen. Ich las es in dieser Nacht. Ich las dieses Buch in einem zuge, bis es hell wurde. Stunde um Stunde. Es war als gäbe es einen Menschen der nur für mich geschrieben hat. Dieses Buch konnte doch nicht nur für mich geschrieben worden sein? Es musste mehrere geben, denen es so ergeht wie mir. Das hieße ja, ich wäre nicht allein?

 

Wenn ich eine Weile ohne Lust und ohne Schmerz war und die laue fade Erträglichkeit sogenannter guter Tage geatmet habe, dann wird mir in meiner kindischen Seele so windig weh und elend, dass ich die verrostete Dankbarkeitsleier dem schläfrigen Zufriedenheitsgott ins zufriedene Gesicht schmeiße und lieber einen recht teuflischen Schmerz in mir brennen fühle als diese bekömmliche Zimmertemperatur.

Hermann Hesse - Steppenwolf

 

10.4.14 17:12
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


PP (12.4.14 00:28)
Der Steppenwolf hat auch mein Leben verändert:

Ich Steppenwolf trabe und trabe,
die Welt liegt voll Schnee,
vom Birkenbaum flügelt der Rabe,
aber nirgens ein Hase ein Reh!


H. Hesse


PP (12.4.14 00:33)
PS: Der Nachlassverwalter von Hesse, ein Mensch namens Volker Michels, wohnt übrigens bei mir um die Ecke - das ist vielleicht ne Nulpe .. :/


PP (12.4.14 00:53)
Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den anderen,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allem ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Harry Haller


PP (12.4.14 00:55)
So, ich geh auch noch einen Trinken nach alter Väter Sitte .. Schlaf gut ..

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